Mittlerweile haben sich 9 Traktoren verschiedener Marken aus den Jahren 1952 bis 1962 zu einer kleinen Sammlung bei mir eingefunden. Nach und nach hauche ich ihnen neues Leben ein.

Zustand der Traktoren:

Von erbärmlich verrostet bis sogar fahrbereit ist alles dabei. Ein Traktor wurde in „teilzerlegtem Zustand geliefert“.

Zerlegung und Reinigung:

Die Vorgehensweise der Restauration ist in etwa immer gleich. Es beginnt mit einer Vorreinigung mittels Hochdruckreiniger, Aufbocken und Abbau der Räder, Kotflügel und Vorderachse, Entfernen aller Anbauteile wie Starter, Lichtmaschine, Haube, Tank, Kühler, aller Kabel und sonstiger Kleinteile wie alle Schalthebel, sodass der Traktor wie nackt dasteht.

Danach folgen das Ablassen von Motor- und Getriebeöl, das Abnehmen der Antriebshalbachsen und Bremsanlage. Der Motor wird vom Getriebe getrennt, dann tritt schon so manches in Erscheinung. Nach Abnehmen des Schwungs vom Motor wird überall durchgesickertes Öl mit Dreck vermischt durch alterungsbedingt defekte Simmerringe sichtbar. Es erfolgt eine gründliche Reinigung aller Bauteile. Die Bauteile werden auf Abnutzung und Beschädigungen überprüft, wenn nötig repariert oder durch Neuteile ersetzt.

Getriebe:

Wenn nötig wird das Getriebe herausgenommen, alle Zahnräder und defekten Lager werden ersetzt.

Motor:

Notwendig ist das Abnehmen der Zylinderköpfe und Zylinder, der Kühlwasserpumpe und aller Deckel. Alle Teile werden sauber gereinigt und auf Zustand überprüft.

Körper:

Die alte Farbe wurde schon beim Reinigen der Gehäuseteile durch Abschleifen und wenn möglich durch Sandstrahlen entfernt. Wenn Getriebe, Motor und Hinterachse wieder zusammengebaut sind, hänge ich das Teil an der Stahlkonstruktion der Werkstätte auf und kann den Körper rundherum lackieren, da ich so überall schön dazu komme. Die Vorderachse und die Räder werden nach dem Sandstrahlen pulverbeschichtet. Die Motorhaube und die Kotflügel habe ich ausgebeult und wo nötig geschweißt, dann zum Sandstrahlen und  zum Lackieren in Auftrag gegeben.

Zusammenbau:

Wenn die ganze „Drecksarbeit“ getan ist, kann der Zusammenbau aller einwandfreien Teile unter Verwendung neuer Simmerringe und Dichtungen und auch Dichtmasse beginnen.

Neue Reifen werden aufgezogen und alles wird wieder montiert. So steht der Traktor wieder auf vier Reifen und es kann mit der Montage aller peripheren Teile weitergemacht werden. Nach der Montage der Kotflügel habe ich unter Verwendung diverser Neuteile (Schalter, Lichter) alles neu verkabelt und auch eine vorher nicht vorhandene Blinkanlage montiert, alle Betriebsmittel eingefüllt, die Batterie angeschlossen und die Motorhaube drauf gesetzt. Nach einer kurzen Vorglühzeit erfolgt der Start und es macht tak-tak-tak-tak. Der Traktor ist wie neu.

Handbücher und Reparaturanleitungen:

Bei den Traktoren, die ich selbst zerlegt habe, war der Zusammenbau einfach. Bei jenen, die vorher schon zerlegt worden sind, war der Zusammenbau eine echte Herausforderung. Glücklicherweise gibt es zum Teil noch die alten Handbücher und Reparaturanleitungen, an denen ich mich orientieren konnte. Bei einem Traktor gab es gar nichts mehr, er war teilzerlegt und hat mich vor viele spannende Fragen gestellt.